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2022

Ist Second-Hand Kleidung wirklich eine nachhaltige Alternative?

Wer hat sich nicht schon einmal die Frage gestellt: soll ich das wirklich neu kaufen oder doch lieber gebraucht?

Wer hat sich nicht schon einmal die Frage gestellt: soll ich das wirklich neu kaufen oder doch lieber gebraucht? Gerade Second-Hand Läden und Plattformen wie Vinted (ehemals Kleiderkreisel), Mädchenflohmarkt oder Ubup/Momox Fashion erfreuen sich immer größer Beliebtheit und profitieren von dem aktuellen Trend. Doch wenn man sich etwas genauer mit dem Trend Second-Hand beschäftigt, wird recht schnell klar, dass man hier genauer hinschauen muss.

Auf dem ersten Blick nur Positives

Das Second-Hand-Mode eine nachhaltigere Alternative zum Neukauf ist, streitet vermutlich niemand ab. Zunächst einmal sind die Textilien schon im Kreislauf und Ressourcen durch die Produktion und den Transport werden eingespart. Als Beispiel: für ein konventionelles T-Shirt aus Baumwolle werden beispielsweise ca. 2.000 Liter Wasser benötigt, für die Produktion einer Jeans fallen ca. 10.000 Liter Wasser an. Auch, da die Produkte nicht mehr verpackt und verschickt werden müssen, fallen weniger Verpackung und Müll an. Es schont also nicht nur die Umwelt und Ressourcen, sondern in Second-Hand Läden und Plattformen bekommt man oft deutlich günstigere Produkte mit sehr guter Qualität. Klingt also total nachhaltig, oder?

Ja, aber…

Nun zeigt der Kauf von Second-Hand Kleidung erstmal nur positive Fakten auf. Dennoch müssen auch Punkte herangezogen werden, die den Kauf differenziert betrachten: Aus welchen Materialien sind die Textilien? Wo kaufe ich die Sachen? Woher kommt die Kleidung?

Viele Textilien, die in einem Second-Hand-Shop oder auf einer Plattform zum Verkauf angeboten werden, sind Kleidungsstücke von Fast Fashion Brands. Eines der am häufigsten verwendeten Materialien dieser Brands ist Polyester. Und das Problem dabei? Beim Waschen von Polyester Kleidung lösen sich kleinste Mikroplastik Fasern, die am Ende in den Flüssen und Meeren landen.

Neben kleinen lokalen Second-Hand Läden in den Innenstädten gibt es mittlerweile auch eine große Anzahl an Second-Hand Shop-Ketten – teilweise riesige, mehrstöckige Filialen. Da stellt sich die Frage, woher kommen diese Massen an Kleidung? Ankäufe von Privatpersonen, wie es meist in kleineren Boutiquen gemacht wird, finden in solchen Geschäften in der Regel nicht statt. Eine klare Antwort gibt es hier auch nicht und deswegen sind die Geschäfte mit Vorsicht zu genießen.

Fazit

Zusammenfassend kann man festhalten, dass der Einkauf von Second-Hand Textilien nachhaltig ist. Die Umwelt wird geschont und Ressourcen eingespart. Dennoch muss es das Wichtigste bleiben, bewusst zu konsumieren. Auch empfiehlt sich, die ausgewählten Produkte genauer zu betrachten und zu kontrollieren, aus welchen Materialien diese gefertigt wurden und darüber hinaus zu klären, von welcher Marke diese sind. Kleinere Boutiquen und einige Plattformen scheinen dabei nachhaltiger als große Ketten zu sein und eher zu empfehlen. In diesem Sinne: viel Spaß auf der Suche nach dem nächsten Schmuckstück.